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Ausschnitt aus meinem 2. Rundbrief, 15.02.2017 – Arbeit und Zwischenseminar / was sonst noch passiert ist

Autor: LauraFe | Datum: 02 April 2017, 16:06 | 0 Kommentare

Hallo alle zusammen, nun schaffe ich es auch endlich einen Ausschnitt aus meinem 2. Rundbrief hochzuladen. Viel Spaß beim Lesen!

Am 23. Januar habe ich endlich in der „Captain Rev. Dr. Hendrik Witbooi Primary School“ (Klasse 5 bis 7) angefangen, vor den Ferien war ich an der „Dr. W. M. JOD Primary School“ (Klasse 0 (Pre-Primary) bis 4). Ein Schultag startet für mich um 07:00 Uhr im Lehrerzimmer mit der Bibelstelle des jeweiligen Tages, einem passenden Text und einem Gebet. Dann geht es nach draußen, wo jeden Morgen das Morning Assembly stattfindet. Montags wird die Nationalhymne und die Schulhymne gesungen, den Rest der Woche das „Vater Unser“ gebetet.

Beim Morning Assembly stehen die Kinder nach Klassen und Jungs/Mädchen sortiert in Reihen und gehen anschließend im Gänsemarsch in ihre Klassenräume. Es gibt insgesamt 10 Klassen, 5a,b,c,d/6a,b,c/7a,b,c. Die Lehrer haben ihre eigenen Räume wo die Schüler, auch im Gänsemarsch und nach Größe sortiert, zu der jeweiligen Stunde hingehen. Eine Schulstunde dauert 40 Minuten, gegen 10:00 Uhr ist Pause und um 13:00 Uhr ist Schulschluss. Im Anschluss geht es für mich meistens bis ca. 16 Uhr ins Center.

Die Schulstunden verbringe ich fast immer unterschiedlich. An meinem Ersten Tag stand ich etwas überfordert vor einer 5. Klasse mit dem Auftrag: „Keep them busy“. Der Lehrer war nicht da und ich sollte die „nur“ ein bisschen beschäftigen und aufpassen. Das war allerdings leichter gesagt als getan. Ich habe dann nach dem alle Hausaufgaben erledigt waren mit den Kindern gesungen und ein paar Spiele gespielt. War trotzdem nicht ganz einfach. Die darauffolgenden Tage wurden aber nach und nach besser. Wenn ich mal auf eine Klasse aufpasse weil der Lehrer nicht da ist oder etwas erledigen muss, gibt es meistens Aufgaben die die Kinder zu erledigen haben und ich erkläre und helfe dann dabei. Ich habe auch schon für eine Lehrerin ein Plakat beschriftet, weil diese der Meinung war meine Schrift sei schöner als ihre :D.

Ich war zum Beispiel bei Englisch, Afrikaans, Mathe, Home Ecology, Natural Science, Social Studies, Arts oder Physical Education. Die Fächerbezeichnungen sind hier nicht so spezifiziert wie in Deutschland und Arts umfasst zum Beispiel Kunst und Musik oder Natural Science die Naturwissenschaften. Der Sportunterricht (Physical Education) findet komplett draußen statt und ist jeweils für die ganze Stufe, Jungs und Mädchen getrennt. Die Kinder haben sich hinter einem Gebäude umgezogen (Schuhe aus, es wird barfuß gelaufen, andere Hose und anderes T-Shirt), sollten sich dann warmlaufen und sind anschließend gesprintet. Als ich das Erste Mal dabei war, mussten sich alle Mädchen, die keine Sportkleidung dabei hatte in eine Reihe aufstellen und haben dann als Strafe mit einem Holzstock einen Schlag auf die Handfläche bekommen. Ich habe irgendwie versucht wegzusehen und wegzuhören. Hier ist das normal, so wie heutzutage in Deutschland der Eintrag ins Klassenbuch. Mir wurde auch schon im Unterricht von Kindern gesagt ich solle die, die laut sind schlagen. So wirklich umzugehen weiß ich mit der Situation nicht und ich bin super froh, dass das hier nicht so oft vorkommt beziehungsweise dass ich es nicht so oft mitbekomme. Wenn möglich versuche ich wegzugehen oder sonst wegzugucken. Heute Morgen kam auch vom Principal eine Ermahnung, dass die Kinder nicht geschlagen werden dürfen/sollen, da dies eigentlich auch in Namibia verboten ist. Allerdings noch nicht so lange wie in Deutschland und es wird auch noch nicht überall durchgesetzt...

Aus diesem Grund mussten sich heute alle, die keine Sportkleidung hatten hinknien und beide Arme in die Höhe halten. Das für fast die ganze Stunde, was sicherlich auch nicht angenehm und meiner Meinung nach auch nicht viel besser ist, wenn die Kinder vor Anstrengung anfangen zu weinen, aber sich nicht trauen die Arme herunter zu nehmen und sich hinzusetzen. Ich war sehr froh, als ich mit einer kleinen Gruppe hinter das Gebäude gehen konnte und dann nicht mehr danebenstand, da ich auch mit dieser Situation nicht so wirklich umzugehen wusste.

 

Am 04. Februar ging es für mich auch schon nach Kapstadt zum Zwischenseminar. Das Zwischenseminar an sich ging nur vom 05. bis zum 10. Februar. Einen Tag vorher bin ich losgefahren und war morgens am 13. Februar wieder zurück in Gibeon. Den Bus hatte ich nach ein paar kleinen Problemen am 17.  Januar gebucht. Eigentlich wollte ich das bereits eine Woche zuvor erledigen, ging aber übers Internet nicht, weil ich zu dem Zeitpunkt kein Verified Visa hatte. Da habe ich mich dann registriert, wusste aber nicht wie lange das so dauert. Also bin ich am nächsten Tag mit nach Mariental gefahren um das direkt im Intercape Shop zu buchen, denen ist aber irgendwie das Netz zusammengebrochen und mir wurde erklärt, ich solle in der nächsten Woche wiederkommen. Letztendlich hat das mit dem Verified Visa dann doch noch geklappt und ich konnte im Internet buchen.

Am 04. Februar ging es bereits um 10:00 Uhr nach Mariental zum Einkaufen, der Bus fuhr erst um 19:50 Uhr, ich musste schon um 18:50 Uhr da sein. Im Endeffekt war der Bus allerdings eine knappe Stunde zu spät und ich habe gefühlt den Großteil des Tages mit Zeit totschlagen und warten verbracht. Im Bus habe ich dann die beiden Freiwilligen aus Windhoek persönlich kennengelernt. Wir hatten bereits miteinander geschrieben und zusammen die Reise zum Zwischenseminar und wieder zurück geplant. Es gab sogar noch genug freie Plätze und wir konnten nebeneinandersitzen. Der Bus an sich war relativ komfortabel, die Rückenlehnen konnte man um 150° nach hinten klappen und es gab auch ausreichend Beinfreiheit. Trotzdem hat die Fahrt unglaublich lange gedauert, zusätzlich war der Bus sehr gut gekühlt und ich habe den Großteil der Busfahrt gefroren. Gegen 03:00 Uhr morgens kamen wir an der Grenze an und standen fast drei Stunden im Zoll. In Namibia ging es erst relativ schnell, aber irgendwer hatte Probleme mit dem Reisepass und wir mussten warten. In Südafrika wurde teilweise das Gepäck kontrolliert (meins auch), was auch nochmal gedauert hat.

Gegen 15:00 Uhr kamen wir in Kapstadt an und haben uns auf die Suche nach unserem Hostel gemacht, was relativ schnell ging. Wir haben uns nach dem Einchecken die nähere Umgebung angesehen und uns mit einem weiteren Freiwilligen zum Essen getroffen, der auch zu dem Seminar musste und bereits in Kapstadt war. Am Samstagmorgen haben wir, bevor  wir um 16:00 Uhr beim Seminar sein mussten, noch eine hop-on-hop-of Bustour gemacht und sind so einmal um den Tafelberg herumgefahren, haben ein bisschen was von Kapstadt erfahren und gesehen. Um In Ruhe an mehreren Punkten auszusteigen hat  uns leider die Zeit gefehlt, aber so haben wir zumindest ein bisschen von Kapstadt gesehen.

Das Seminar insgesamt war ganz gut (das Essen war etwas gewöhnungsbedürftig und auch das Haus war nicht ganz so schön, aber in Ordnung für die fünf Tage). Wir haben besprochen wie es uns bisher so ergangen ist, wie es uns geht, was es für Probleme gab oder gibt und wie wir diese eventuell gelöst haben, haben uns ausgetauscht und darüber gesprochen wie wir mit bestimmten Situationen umgegangen sind und umgehen (zum Beispiel Gewalt und Rassismus). Auch über die Rückkehr nach Deutschland in einem halben Jahr haben wir gesprochen. An einem Tag waren wir auf dem Signal Hill und haben dort eine Einheit gemacht.

Teilweise war es für mich etwas schwierig, da ich im Gegensatz zu allen anderen erst drei Monate hier bin und die ein oder andere Situation noch nicht hatte oder noch drinstecke. So konnte ich einerseits nicht immer mitreden, weil ich knapp halb so lange hier bin, andererseits mir aber auch Tipps holen und so vielleicht schneller das ein oder andere Problem lösen. Es hat sicherlich Vor-und Nachteile. Es tat auf jeden Fall sehr gut zu hören, dass ich nicht die Einzige mit Visaproblemen bin, auch wenn ich als letzte geflogen bin.

Donnerstagnachmittag/-abend hatten wir Freizeit. Da sind wir alle zusammen nach Muizenberg an den Strand gefahren und haben im Anschluss auf der New Worl Foundation zusammen gegrillt und nett den Abend ausklingen lassen (eine Farm, wo vier Freiwillige leben und ich auch vom 10. bis 12. Februar genächtigt habe, nicht weit von Muizenberg).

Freitags war das Seminar auch schon wieder zu Ende, die Meisten von uns sind noch einige Tage in Kapstadt geblieben. Der Großteil hat in einem Hostel auf der Long Street geschlafen (was wir vor dem Seminar auch gemacht haben). Ich war wie gesagt auf der New World Foundation, zusammen mit der WG und vier weiteren Freiwilligen, die auch dort schlafen durften. Es war noch ein super schönes Wochenende. Freitagabend haben wir uns mit einem Großteil der Freiwilligen in der Long Street getroffen, wir waren auf einem Markt und nochmal am Strand. Sonntagmorgen um 10:00 Uhr fuhr mein Bus zurück, dort habe ich auch die beiden Freiwilligen aus Windhoek wiedergetroffen, die im Gegensatz zu mir wieder im Hostel waren. Diesmal war ich auch so schlau meine Fleecejacke mit in den Bus zu nehmen und nicht in den großen Rucksack zu packen. Trotzdem war es wieder etwas kalt und ich habe mir leider eine Erkältung eingefangen. Wie auf dem Hinweg standen wir um die drei Stunden im Zoll (mein Rucksack wurde wieder kontrolliert :/) und kamen mit fast zwei Stunden Verspätung, gegen 06:00 Uhr morgens in Mariental an. Dort wurde ich bereits von Jacky erwartet und zurück nach Gibeon gebracht. Den Rest des Tages habe ich entspannt, nochmal ein bisschen geschlafen, meinen Rucksack ausgepackt und viel Tee getrunken.

 


 

Inzwischen ist auch schon wieder etwas Zeit vergangen aber da das Wlan im Center in letzter Zeit nur selten ging, konnte ich diesen Eintrag nicht eher hochladen.

Im Center nimmt das Programm, welches wir uns Anfang des Jahres überlegt haben, so langsam gestalt an. Leider kommen die Kinder immer noch nicht jeden Tag sondern nur montags und mittwochs wenn die Suppenküche geöffnet hat. Aber sie bleiben bis ca. 16:00Uhr, machen mit uns Hausaufgaben, lernen oder spielen etwas. Der alte Spielplatz ist seit letzter Woche abgebaut und wir haben jetzt die Aufgabe einen neuen zu bauen... ich bin sehr gepannt wie das klappt.

 

Schule macht mir auch noch Spaß, auch wenn es manchmal sehr anstrengend ist. Mitte März lag ich eine Woche mit Magen-Darm-Virus im Bett und habe leider den Pre-Independence Day in der Schule verpasst. So weit ich weiß hatten die Klassen alle etwas vorbereitet was dann aufgeführt wurde. Die Woche darauf (20.03 bis 24.03) war Schulfrei, wir waren aber trotzdem im Center, haben aufgeräumt, ausgemistet und neue Schreibtische bekommen. 

Am 31.März war in der Schule "Entrepreneurship Day". Jedes Kind hat etwas zu Essen mitgebracht und die Klassen haben dann gemeinsam ihre Sachen verkauft. Es gab Chips, Popcorn, Salat und einige Klassen haben auch verschiedenste Fleischsorten und Brot gegrillt. Die Kinder mussten gemeinsam mit den Lehrern vorher alles planen, vorbereiten und an dem Tag dann an ihre MitschülerInnen, die Lehrer und auch Eltern verkaufen. Wenn ich das richtig verstanden habe ging es darum, dass die Kinder lernen Geld zu verdienen und damit umzugehen.

 

Auch zu Hause hat sich ein bisschen was geändert. Letztes Wochenende bin ich in ein anderes Zimmer umgezogen, habe jetzt also mein eigenes Zimmer. Auch wenn ich nie ein Problem damit hatte mir das Zimmer zu teilen, ist es auch mal schön einfach die Tür zu schließen und ein bisschen mehr Privatsphäre zu haben.

Mitte letzter Woche wurde im Gemeindebüro Wlan eingerichtet. Da das Büro direkt neben dem Haus ist können wir das Wlan mitnutzen. Ich habe das große Glück, dass mein neues Zimmer auf der Seite ist, wo direkt das Büro anschließt, das Wlan reicht also grade so bis in mein Zimmer ;). Auch im Wohnzimmer hat man noch Wlan Empfang. Es ist nicht das schnellste, aber für skypen (zwar mit schlechtem Bild, aber immerhin ohne große Verzögerung!) und um einen Blogeintrag hochzuladen völlig ausreichend.

 

Das war es auch schon wieder von mir. Ich wünsch euch noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Sommerzeit! (Bei uns wurden in der letzten Nacht die Uhren auf Winterzeit umgestellt...).

Ganz liebe Grüße, Laura Fe

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