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Von Feiertagen, einem Schaf und dem Geruch von Regen

Autor: LauraFe | Datum: 09 Januar 2017, 11:06 | 0 Kommentare

Kaum zu glauben, aber inzwischen haben wir tatsächlich schon 2017. 

In diesem Eintrag möche ich euch nun endlich davon berichten wie ich Weihnachten und Silvester verbracht und gefeiert habe.

Am 23. Dezember kam Una am Nachmittag zu mir und meinte, im Post Office sei ein Paket für ich angekommen. So sind wir am 24. Dezember morgens um 10:00 Uhr zum Post Office gelaufen und haben es abgeholt. Passend zu Heiligabend habe ich damit das Weihnachtsgeschenk von meinen Eltern bekommen. Als wir fast 1 ½ Stunden später zurück waren, wir sind ca. 20 Minuten gelaufen und haben dort noch mit Shantan, einer Freundin gequatscht, haben wir alle zusammen Kuchen und Waffeln gebacken. Am frühen Nachmittag gab es Mittagessen (Nudeln mit Fisch). Anschließend haben wir die Küche aufgeräumt und Una hat den Ablauf für den Abend aufgeschrieben.

Als es langsam dunkel wurde haben wir geduscht und etwas anderes angezogen. Der Weihnachtsgottesdienst war morgens am 25. Dezember, so waren wir Heiligabend nicht in der Kirche.

Wir haben dann zusammen im Wohnzimmer gesessen und zu Beginn hat mein Gastvater ein Gebet gesprochen. Anschließend haben wir die Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Jeder hat einen Abschnitt gelesen und im Anschluss ein Lied gesungen. Dann war die nächste Person dran. Caroline, Una (zwei meiner Gastschwestern) und ich haben auf Englisch gelesen, meine Gastmutter auf Afrikaans. Ich habe die Stelle mit den Hirten gelesen und „Seht die gute Zeit ist nah“ gesungen. Nachdem auch mein Gastvater noch ein Lied gesungen hatte, hat er zum Abschluss nochmal ein Gebet gesprochen.

Danach haben wir Kuchen gegessen und ich habe das Paket von meinen Eltern aufgemacht. Damit war der Abend auch schon so gut wie vorbei und nach und nach sind wir alle ins Bett gegangen.

 

Bereits einige Tage zuvor hatte Shantan uns eingeladen mit schwimmen zu fahren. Eigentlich war geplant, dass wir am 25. Dezember nach dem Gottesdienst fahren. Allerding hat sich an Heiligabend herausgestellt, dass wir bereits um 08:00 los wollen, also noch vor dem Gottesdienst. So sind wir am 2. Weihnachtsfeiertag bereits um 06:30 Uhr aufgestanden und haben um kurz vor 08:00 Uhr das Haus verlassen. Mit dem Auto sind wir ca. 1 1/2 Stunden bis zum Hardap Dam gefahren (das ist der größte Damm in Namibia), wo auch das Schwimmbad war. Dort war auch ein Grillplatz, wo wir uns mit weiteren Freunden und Familienmitgliedern von Shantan getroffen haben. Insgesamt waren wir ca. 20 Leute.

Auch wenn der Pool nicht soo unglaublich groß war und ich überall stehen konnte, hatten wir alle viel Spaß! Am Nachmittag haben wir dann gegrillt. Es hat auch geregnet und ich konnte einen unglaublichen, kompletten Regenbogen beobachten, leider aber nicht komplett fotografieren. Vom Grillplatz aus konnte man auf den Damm gucken und als die Sonne dann unterging sah das ziemlich cool aus und hat wunderschöne Fotos ergeben.

Nachdem die Sonne untergegangen war, haben wir uns auf den Weg zurück nach Gibeon gemacht, wo wir aber erst gegen 22:00 Uhr wieder ankamen, da wir noch in Mariental angehalten haben. Der Tag war super schön und hat mega viel Spaß gemacht. War aber auch echt anstrengend und wir sind alle ohne große Umwege ins Bett gegangen sobald wir wieder zu Hause waren.

Der 26. Dezember war eigentlich ein Tag wie jeder andere auch und abgesehn davon, dass ich mit meiner Familie über Whats App telefoniert habe ist nichts besonderes passiert.

 


 

Über Silvester war Grace (älteste Gastschwester), Freddy (ihr Ehemann) und deren Sohn Amani zu Besuch.

Am 31. Dezember haben wir alle zusammen Mittag gegessen, was im Vergleich zu sonst durchaus etwas besonderes war, mit Tischdecke, Messer und Gabel ;) und guten Tellern. Gegen 19:00 Uhr haben wir begonnen uns fertig zu machen, (duschen, Kleid bügeln, umziehen, schminken) und waren dann um 21:00 in der Kirche. Wir, das waren meine Gasteltern, Caroline, Una und ich. Grace und Feddy sind mit Amani und Baruch (der Sohn von Caroline) zu Hause geblieben. Der Gottesdienst war vom Ablauf so wie sonst auch, abgesehen davon, dass es ein paar Taufen gab und ein Paar verheiratet wurde. Auch Abendmahl war wieder und pünktlich, wenige Minuten vor Mitternacht waren wir damit fertig.

Das Ganze hat sich dann noch ein bisschen gezogen und die erste Minute im neuen Jahr wurden die 2016 Verstorbenen verlesen, das Glockengeläut zum neuen Jahr kam ein wenig verspätet. Dafür konnten wir ziemlich pünktlich Feuerwerk hören. Als wir gegen 00:15 Uhr aus der Kirche kamen hat man immer noch vereinzelt Feuerwerk gehört aber nichts gesehen, da das wohl vom anderen Ende des Ortes kam. Das bisschen Feuerwerk hier lässt sich aber nicht mit dem geböller zu Beginn des neuen Jahres in Deutschland vergleichen. Ob es in den größeren Städten mehr Feuerwerk gab weiß ich allerdings nicht.

Als wir zu Hause waren haben wir noch bis ca. 02:00 Uhr draußen gesessen, Wassermelone gegessen und Wein getrunken. Danach sind wir alle so nach und nach ins Bett gegangen. Insgesamt ein sehr schöner Abend, wenn auch so ganz anders als in Deutschland. 

Auf jeden Fall kann ich im Nachhinein sagen, dass ich mit Silvester besser klar kam als mit Weihnachten. Weihnachten überhaupt nicht in die Kirche zu gehen, und das obwohl mein Gastvater der Pastor ist, war super komisch! Trotzdem bin ich unendlich dankbar und froh über diese Erfahrungen!!!

Der 1. Januar war auf jeden Fall auch eine Erfahrung wert. Wir haben im Gegensatz zu sonst relativ lange geschlafen bzw. im Bett gelegen – gegen 09:00 Uhr war ich wach und dann eine halbe Stunde später auf den Beinen. Sonst bin ich immer diejenige die bis 09:00 Uhr am längsten im Bett liegt, der Rest der Familie ist meistens spätestens um 08:00 Uhr wach (ich zwar auch, aber ich schafe einfach weiter und stehe nicht direkt auf).

Der Vormittag war dann eigentlich ziemlich entspannt, wir haben nett draußen zusammen gesessen, in Ruhe gefrühstückt und uns unterhalten. Es hat dann angefangen zu regnen und wurde auch deutlich windiger. Damit war dann ab mittags der Strom und auch das Handynetz weg.

Um 17:00 wurde ein Schaf gebracht und der Tag wurde zumindest für mich noch ziemlich interessant und spannend. Denn, obwohl Sonntag war, wurde das Schaf direkt geschlachtet (das Schaf wurde an dem Tag gebracht und dann eben auch an dem Tag geschlachtet). Für den Rest der Familie war das nichts besonderes und so stand Una daneben und hat in einer Schüssel einen Großteil des Bluts aufgefangen als dem Schaf (von meinem Gastvater) die Halsschlagader durchgeschnitten wurde und Amani und Baruch (beide drei Jahre alt) standen auch dabei und haben gespannt zugesehen. Ich stand zu dem Zeitpunkt in sicherer Entfernung und habe Fotos gemacht. Ob ich mir die jemals wieder ansehen werde weiß ich allerdings nicht.

Nachdem einige Minuten vergangen waren und das Schaf nicht mehr ganz so extrem geblutet hat, haben wir es auf einen Tisch gelegt, wo dem Schaf dann das Fell abgezogen wurde. Dies hat mein Gastvater wieder gemacht und Una, Freddy und ich haben es festgehalten. Amani und Barruch standen wieder daneben und haben beim festhalten geholfen.

Als wir auch damit fertig waren, wurde das Schaf an einen Metallhaken im Baum aufgehängt und erstmal mit Wasser sauber gemacht. Ab da habe ich dann wieder aus sicherer Entfernung zugesehen, denn der Magen- und Darminhalt hat doch ziemlich gestunken. Zumindest habe ich das so empfunden, sonst hat das aber niemanden weiter gestört (soll ich das jetzt auf meine „feine Allergienase“ schieben oder darauf, dass das hier deutlich öfter gemacht wird als bei uns?). Als die essbaren Innerein von den nicht-essbaren getrennt waren, wurde der Magen- und Darminhalt unter einem Baum geleert. Fell, Magen und Darm (alles, was nicht essbar ist) wurde dann von jemandem mitgenommen, der auch am Anfang beim Festhalten und dann beim ausnehmen geholfen hat. Der Rest vom Schaf wurde von meinem Gastvater und Freddy in Stücke gechnitten und lag die Nacht über auf dem Küchentisch wo es am nächsten Morgen dann in Plastiktüten gepackt und eingefroren wurde.

Da wir immer noch keinen Strom hatten, haben wir, als es langsam dunkel wurde aus der Abstellkammer zwei feuerfeste Töpfe geholt und über einem Feuer die Organe und dazu Pap gekocht. Zum ersten Mal seit ich hier bin wurde es relativ kühl, da es ziemlich windig war und immer noch ein bisschen geregnet hat. Auch wenn ich hauptsächlich kalte Füße hatte, fand ich es dann doch ein bisschen übertrieben und affig mir Socken anzuziehen, also habe ich mir eine dünne Jacke geholt, eine lange Hose hatte ich bereits an. Als wir dann essen konnten war es bereits stockduster und so haben wir überall im Haus Kerzen angezündet und im Wohnzimmer gegessen.

Auch wenn es sich draußen abgekühlt hatte war es im Haus immer noch super warm. Auf Grund von Mücken, Schlangen und anderen Tieren können wir nachts nur Fenster mit Fliegengitter aufmachen (was in unserem Schlafzimmer nicht der Fall ist) und dadurch nicht richtig durchlüften. So war es in unserem Schlafzimmer immer noch super warm und stickig. Da wir ja keinen Strom hatten, ging auch der Ventilator nicht und wir (Caroline, Una, Grace, Freddy und ich) haben unsere Matratzen ins Wohnzimmer getragen und dort geschlafen. Auch wenn wir dort die Fenster öffnen konnten, war es trotzdem sehr warm und ich war echt froh, als gegen 03:00 Uhr der Ventilator endlich an ging. Zu dem Zeitpunkt waren wir irgendwie alle wach, Una ist aufgestanden und hat den Fernseher ausgemacht (als der Strom wegging lief der wohl grade und ging dementprechend mit dem Strom auch wieder an), Freddy hat den Ventilator umgestellt, Grace war auf Toilette, Caroline ist von der Matratze aufs Sofa umgezogen und ich habe was getrunken und meine Decke gesucht, da es durch den Ventilator plötzlich kühler wurde. Bis wir um 08:30 Uhr dann alle aufgestanden sind habe ich zum Glück noch etwas mehr Schlaf bekommen als die Stunden davor, war dann aber trotzdem relativ unausgeschlafen. Das ging allerdings nicht nur mir so.

 


 

Den Rest der Woche ist nicht mehr viel passiert, Grace, Freddy und Amani sind wieder nach Hause gefahren, einen Tag waren wir im Centre weil Una ihr Mails nachgucken wollte (das Wlan war aber deutlich schlechter als sonst und so sind wir nicht lange geblieben) und Mareike und ich haben einen Chorsatz geschrieben (was erstaunlich gut geklappt hat und das über die 8.668Km Luftlinie Entfernung, Whats App und hin-und-her-schicken der Datei :D).

Heute ist Samstag und ab Montag geht es wieder regelmäßig ins Centre, wo ich dann auch diesen Eintrag hochlade. Es ist geplant, dass wir uns eine Art „Programm“ ausdenken. Was genau wir alles machen steht aber noch nicht ganz fest. Wenn jemand Anregungen hat, immer her damit ;)!

Am 11. Januar geht auch die Schule wieder los und ich bin schon sehr gespannt wie das dann mit meiner Arbeit dort wird.

Jetzt wünsche ich euch erstmal allen einen guten Start ins neue Jahr und viel Erfolg bei allem was euch in nächster Zeit bevorsteht (Schule, Abi, Klausuren, Studium, Ausbildung, Arbeit,…)!

Herzliche Grüße und `n geseende Nuwejaar, Eure Laura

 

 

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